Tagung: Lehrerbildung in Afghanistan – Herausforderungen und Möglichkeiten

Am 16. und 17.10.2015 fand an der Pädagogischen Hochschule Freiburg eine gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz und dem Arnold Bergstraesser-Institut organisierte Tagung zur Lehrerbildung in Afghanistan statt. Die Tagung wurde durch Kooperationspartner wie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), der Universität Basel, dem Galtung Institut sowie der in Freiburg ansässigen Deutsch-Afghanischen Initiative unterstützt und hatte mit zwischenzeitlich 180 Teilnehmenden mehr Zuspruch, als bei diesem eher speziellen Thema zu erwarten gewesen wäre. Es wurden Fragen der Lehrerbildung in den allgemeineren Zusammenhang von Bildung (für alle), Frieden und Entwicklung gestellt.

Die Menschenrechtlerin, Trägerin des Alternativen Nobelpreises Sima Samar und Gründerin der Gawarshad University hielt eine Abendvorlesung zur Menschenrechtssituation und Schulbildung in Afghanistan. Wie auch andere internationale Expertinnen und Experten machte sie auf eine Reihe von Schwierigkeiten in der Schulbildung aufmerksam: neben der Qualifikation der Lehrkräfte, der Zunahme von Schulschließungen in Gebieten, die von den Taliban bedroht sind, bis hin zu Korruption und fehlenden Schulgebäuden. Aber das Bild wäre zu einseitig, würden nur die Probleme der Bildungssituation in Afghanistan thematisiert. Susan Wardak, Senior Adviser im afghanischen Bildungsministerium, verantwortlich für Teacher Education Colleges (TTC’s) im ganzen Land, präsentierte ein positiveres Bild von der Entwicklung der Schulen und Einschulungsraten auch in den berüchtigten südlichen Provinzen Afghanistans. Das afghanische Bildungsministerium hat – u. a. mit Unterstützung der GIZ – breit angelegte Programme zur Stärkung von Mädchenbildung initiiert, deren Akzeptanz Wardak zufolge auch in den ländlichen Regionen erheblich gestiegen ist, weil die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner den Wert von Bildung und Ausbildung für die späteren biografischen Chancen zunehmend erkennen würden.

Im Anschluss stellten unterschiedliche Hochschulen aus Afghanistan ihr Studienprogramm vor. Mit diesen afghanischen Hochschulen – der Gawarshad-University Kabul, der Burhanuddin Rabbani University Kabul (der 2012 umbenannten Pädagogischen Universität Kabul) sowie der Herat University – unterzeichnet der Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg heute so genannte Memorandum of Understanding. Dadurch sollen nachhaltige Kooperationen etabliert werden, bei denen die afghanischen Universitäten von der besonderen Expertise der Pädagogischen Hochschule im Bereich Lehrerausbildung und umgekehrt die Pädagogische Hochschule Freiburg von den Erfahrungen der Mehrsprachigkeit in Schulen und Universitäten afghanischer Bildungseinrichtungen profitieren.

 

Den Tagungsflyer finden Sie hier.

Einen Tagungsbericht finden Sie hier.

Ein Radiointerview anlässlich der Afghanistantagung finden Sie hier.